Miasma in der Homöopathie – was ist das?

Das Wort „Miasma“ wurde von der klassischen Homöopathie geprägt und bedeutet soviel wie „Übel, Befleckung“. Es ist die „Krankheit hinter den Krankheiten“, das Grund-Übel, welches die Lebenskraft schwächt, so dass chronische Krankheiten überhaupt erst entstehen können.

Ein kleiner Vergleich mag dieses veranschaulichen: Wenn Sie einen kranken Apfelbaum im Garten haben, können sie jedes Jahr die kranken und toten Äste herausschneiden. Das ist Akut-Therapie. Wenn Sie jedoch die kranken Wurzeln des Baumes behandeln, ist das eine ursächliche (=miasmatische) Therapie, denn wenn die Behandlung der Wurzeln erfolgreich ist, wird es keine kranken und toten Äste mehr geben. Jeder Mensch hat seine Schwachstellen: der eine bekommt bei Ärger immer eine Magenschleimhautentzündung, ein anderer reagiert mit einem Reizdarm, beim Dritten ist es die Lunge, z.B. in Form von Asthma und beim Vierten sind es die Gelenke.

Ein Miasma ist eine Störung des natürlichen Gleichgewichtes der Lebenskraft. Aus homöopathischer Sicht ist es die „geistartige Lebenskraft“, die alle Vorgänge in unserem Körper steuert und auch dafür sorgt, dass Störungen möglichst schnell behoben werden. Es gibt verschiedene Miasmen, und je nachdem, welches im Körper vorherrscht, kommt es zu sehr unterschiedlichen Beschwerdebildern. Miasmen können erworben werden – z.B. durch ungesunde Lebensweise, Impfungen, Operationen o.ä., miasmatische. Belastungen können aber auch erblich weiter gegeben werden. Die Namen einiger Miasmen leiten sich von Geschlechtskrankheiten ab, die heute bei uns nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Jedoch die damit verbundenen Störungen der Lebenskraft können wie gesagt erblich weitergegeben werden und spielen darum auch in der heutigen miasmatischen Therapie eine wichtige Rolle.

Chronische Erkrankungen aus homöopathischer Sicht

Wie bereits erwähnt, ist Krankheit aus homöopathischer Sicht immer eine Verstimmung der Lebenskraft. Diese Lebenskraft, auch Dynamis genannt, hält alle Vorgänge in unserem Organismus in bewundernswerter Ordnung. Sobald eine Störung auftritt, ist sie bemüht, diese so schnell wie möglich auszugleichen, vor allem aber, die Störung von den lebenswichtigen Organen fernzuhalten.

Aus diesem Grund offenbaren sich viele Störungen zuerst auf der Haut. Das ist für uns zwar unangenehm, sieht nicht schön aus und juckt oder brennt – aber die Störung ist fern von den lebenswichtigen Organen! Wird der Organismus nun dieses Ventils beraubt – indem man Hautausschläge mittels Salben, Bädern oder Cortison unterdrückt – muss die Dynamis sich eine andere Ebene als Schauplatz für die vorhandene Störung suchen. Oft entstehen deshalb aus unterdrückten Hautausschlägen schlimmere Krankheiten wie z.B. Asthma. Es ist in der klassischen Homöopathie ein oft beobachtetes Schauspiel: nach unterdrückten Hautausschlägen treten andere, schlimmere Erkrankungen auf. Schafft der Organismus es dann noch aus eigener Kraft, den Hautausschlag wieder hervorzubringen, verschwinden diese anderen Erkrankungen – solange, bis der Hautausschlag wieder unterdrückt wird...

Die gesunde, nicht geschwächte Lebenskraft ist in der Lage, die meisten Störungen auszugleichen und zu bereinigen. Doch nun kommen die Miasmen ins Spiel: Miasmatische Belastungen – egal ob ererbt oder erworben – schwächen und untergraben die Lebenskraft. DADURCH werden chronische Krankheiten überhaupt erst möglich! Die miasmatischen Belastungen bilden quasi den Nährboden, auf dem chronische Erkrankungen erst gedeihen können.

Welche Erkrankungen lassen sich mit homöopathischer Miasmen-Therapie erfolgreich behandeln?

Grundsätzlich gilt: JEDE chronische Krankheit kann mit einer miasmatischen Therapie zumindest gebessert werden – solange die Lebenskraft noch stark genug ist, auf die homöopathisch gesetzten Reize zu reagieren. Selbstverständlich sind auch der Homöopathie Grenzen gesetzt. So kann sie niemals durch jahrelanges Rheuma verformte Gelenke heilen, durch chronische Lungenerkrankungen vernarbtes Gewebe wieder funktionstüchtig machen, die bei einer Multiplen Sklerose zerstörten Nervenscheiden wieder aufbauen o.ä. Sehr wohl aber lassen sich auch diese Erkrankungen positiv beeinflussen und in ihrem Fortschreiten aufhalten oder - je nach Stadium – zumindest verlangsamen.

Und nicht zu vergessen: chronische Krankheiten – dabei denkt man meistens an ältere, zumindest aber erwachsene Menschen. Aber heute haben auch unsere Kinder bereits mit chronischen Erkrankungen zu kämpfen: Allergien, Asthma, Neurodermitis – um nur die wichtigsten zu nennen. Auch hier kann eine miasmatische Therapie beeindruckende Erfolge erzielen, ebenso wie bei Entwicklungsstörungen, Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen („Traumsuse“) und vielem mehr.

Wie funktioniert eine miasmatische Behandlung, und wie lange dauert sie?

Wie heißt es doch so schön? – Vor den Erfolg haben die Götter den Fleißig; gesetzt. Das gilt bei der miasmatischen Therapie ganz besonders – und zwar ebenso für den Patienten wie für den Therapeuten!

Da in der klassischen Homöopathie keine einzelnen Erkrankungen oder Diagnosen therapiert werden, sondern immer DER GANZE MENSCH in seiner Einzigartigkeit, müssen zunächst viele Daten zusammengetragen werden. Dies geschieht in der Regel mittels eines ausführlichen Fragebogens (20-32 DIN-A-4-Seiten), den Sie vor Beginn der Behandlung ausfüllen. Es folgt ein Erstgespräch von ca 1-1,5 Stunden Dauer. Danach wertet der Therapeut die Angaben und Symptome aus und sucht in stundenlanger Feinarbeit das SIMILE – das homöopathische Mittel, welches dem Zustand des Patienten am ähnlichsten ist.

Es kommt heute leider nur noch sehr selten vor, dass jemand nur mit einem einzigen Miasma belastet ist, in den meisten Fällen handelt es sich um „Mischbelastungen“. Um eine erfolgversprechende Therapie einleiten zu können, ist es Grundvoraussetzung, das der Therapeut das z.Zt. aktive Miasma erkennt und die Erstverschreibung darauf abstimmt. Es wird dem Patienten EIN EINZIGES MITTEL verschrieben, welches in individueller Stärke und Dosierung einzunehmen ist. Der Patient ist gefordert, jegliche Veränderung seines Befindens genau zu beobachten und dem Therapeuten zu berichten. Das gilt nicht nur für körperliche Symptome, sondern auch für Begleitumstände wie Appetit / Durst mit Verlangen und Abneigung, Schlaf, Träume u.v.m.

Mit der Zeit, wenn das erste Miasma bereinigt ist, wird das nächste an die Oberfläche treten, aktiv werden und seine Symptome hervorbringen. Dann wird eine neue Mittelverschreibung nötig, die eben wieder auf den aktuellen Zustand zugeschnitten ist. Es ist wie beim Zwiebelschälen: man arbeitet sich langsam von Schicht zu Schicht vorwärts.

Als Faustregel für die Dauer einer miasmatischen Therapie gilt:

SOLANGE, WIE DER PATIENT DIE BESCHWERDEN IN JAHREN GEHABT HAT, SOLANGE DAUERT DIE THERAPIE MINDESTENS IN MONATEN

Das heißt, wenn jemand 20 Jahre Asthma hatte, muss er wenigstens 20 Monate für die miasmatische Therapie einplanen. Sicherlich eine sehr aufwändige Sache, und für Sie als Patient sehr viel anspruchsvoller und arbeitsintensiver als die herkömmliche schulmedizinische Therapie. Dafür aber eine sanfte Therapie ohne Nebenwirkungen, die das übel an der Wurzel packt und heilt, selbst dort, wo die Schulmedizin oft nur noch Symptome unterdrücken kann!

Kosten für diese Behandlung